Freitag, 24. August 2012

Das letzte Kapitel ist geschrieben

Die letzte Zeit war ziemlich hart. Ich war nie in der Stimmung über die GamesCom zu schreiben, welche ziemlich geil war. Ich hätte so viel zu erzählen, aber mir fehlt die Motivation Freude zu zeigen. Der Tod meines Freundes hat mich hart erwischt. Ich hatte seit über 3 Jahren keinen Kontakt mehr mit ihm, aber das heißt nichts. Er war seit 1996 in meinem engsten Freundeskreis und über viele Jahre mein bester Freund. Man erinnert sich plötzlich an all den Scheiß den man zusammen als Kind gemacht hat. All die Kindergeburtstage, Fahrten und sonstigen Blödsinn den man veranstaltet hat. Wir sind doch alle noch so jung...und doch ist sein Leben mit 21 zu Ende. Tragisch. Auch der 24 jährige Taxifahrer mit dem sie kollidiert sind ist inzwischen tot. Er hinterlässt 2 Kinder. Der Fahrer vom getunten Opel Vectra allerdings...der war gestern auf der Beerdigung. Von wegen schwer verletzt. Kerngesund sah er aus. Innerlich wird er aber leiden. Hoffentlich. Der Typ hat 2 Menschenleben auf dem Gewissen. Wer ist auch so blöd und fährt mit 170 km/h durch eine 50er Zone mit Straßenschäden? Aber ist es nicht oft so dass der Fahrer als einziger überlebt? Es ist zum kotzen. Nicht dass ich mir seinen Tod gewünscht hätte, aber irgendwo ist das absurd. Es war meine erste Beerdigung gestern. Einige aus meiner alten Klasse waren da. Schon traurig dass man sich wegen so einem Anlass nach so langer Zeit wieder sieht. Es war eine unschöne Erfahrung. Das große Foto vom Toten zu sehen war unangenehm. Wie man ihn kannte, voller Leben...argh. Ich konnte mich zusammenreißen, obwohl ich von Trauer gefüllt war. Ein Mal bin ich fast schwach geworden...als der Sarg in das Grab runtergelassen wurde und die Mutter und der Bruder anfingen zu weinen. Was deprimierenderes habe ich selten gesehen. Ich kenne die ja auch seit Ewigkeiten. Schreckliche Situation, kann man nur Beileid wünschen. Als ich dann mit einer Blume vor dem Grab stand war völlige Leere in meinem Kopf. Totale Fassungslosigkeit. In diesem Sarg da liegt er. Der Gedanke macht einem irgendwie Angst. So schnell kann es gehen. Ich warf die Blume ins Grab und ging leeren Blickes davon. Mach's gut mein Freund.... Aus der ganzen Geschichte kann man nur lernen. Ich wäre sowieso nicht mit 170 durch eine 50er Zone gefahren, aber ich hab jetzt mehr respekt denn je vor dem Straßenverkehr. Man hört immer wieder von tödlichen Autounfällen, aber jetzt wo es einen nahestehenden getroffen hat wird einem zum ersten Mal richtig gewusst wie gefährlich das ist. So gesehen bin ich froh dass ich mich von ihm Distanziert habe als er in seine neue Clique gegangen ist. Wer weiß ob ich dann nicht auch in dem Auto gesessen hätte. Und andersrum hätte so gut wie jeder in dem Taxi sitzen können. Wer die Bilder kennt wird wissen, dass man das auf keinen Fall überlebt hätte. Ich muss da ständig dran denken und es zieht einen runter. Das einzig positive ist, dass die Beerdigung vorbei ist. Jetzt kann man wenigstens versuchen mit der Sache abzuschließen. Wie lange das dauern wird steht in den Sternen. Irgendwie nach vorne schauen. Es waren gestern so viele Leute da, gefühlt das halbe Dorf. Schön dass die Anteilnahme so groß war. Zur Kirche sind wir dann aber nicht mitgegangen. Stattdessen sind wir zur Eisdiele gegangen. Ich denke er hätte das auch so gewollt. Aber ich denke es war richtig zur Beerdigung zu gehen obwohl wir lange keinen Kontakt hatten. Schließlich haben wir quasi unsere komplette Kindheit zusammen verbracht. So viele Erinnerungen...

Dunkel ist es nun um dich, von Stund an tragen wir dein Licht.

//Gavin Froome//

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